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«… deshalb bin ich immer gerne geblieben»

Gemäss Überlieferungen soll Heraklit von Ephesus etwa 500 Jahre vor Christus gesagt haben: «Nichts ist so beständig wie der Wandel». Das beliebte Zitat passt auch im Jahr 2026 hervorragend. Und doch gibt es Ausnahmen: Bei der Clientis Bank Oberaargau feiert nämlich am heutigen 1. April CEO Stefan Wälchli sein 25-Jahr-Jubiläum.

01.04.2026

Stefan Wälchli, gemäss dem Bundesamt für Statistik, halten in der Schweiz Ehen im Schnitt keine 16 Jahre lang. Sie sind seit 25 Jahren bei der Clientis Bank Oberaargau tätig. Da könnte man sagen, diese «Ehe» funktioniert besser als die Schweizer Durchschnittsehe. 

Stefan Wälchli: (lacht). Ja, diese Ehe läuft tatsächlich gut. Und wie in einer Ehe ist auch diese Beziehung hier gegenseitig. Während ich auf der einen Seite meine Leistung erbringe, habe ich hier einen Arbeitgeber gefunden, der mich fördert, der mir eine spannende Tätigkeit bietet und bei dem ich mich entwickeln konnte.

Damit – und wir bleiben beim Wort – eine solche «Ehe» derart lange Bestand hält, braucht es im Minimum auch einen guten Start. Wie war Ihre Anfangszeit?

Ich durfte die Abteilung «Front Kommerz» als Leiter führen, neu strukturieren und aufbauen. Dazu gehörte beispielsweise auch das Firmenkundengeschäft, welches es damals noch gar nicht gab. Ich hatte quasi eine grüne Wiese, die ich befüllen konnte und das war ohne Zweifel eine schöne Challenge.

Und daraus sind 25 Jahre entstanden.

Ja, das ist eine lange Zeit. Bei vorherigen Arbeitgebern war ich eher so zwischen 3 und 5 Jahren tätig und ein bisschen schien das für mich auch hier zu Beginn der Plan. Dies hat sich aber nicht bestätigt, weil sich die Ausgangslage immer wieder geändert hat. Ich konnte stets neue Aufgaben übernehmen und mich weiterentwickeln. Deshalb bin ich immer gerne geblieben. 

In einer guten Ehe gibt es auch immer mal Krisen. Wie sieht das zwischen Ihnen und der Clientis Bank Oberaargau aus?

Ich darf ehrlich sagen, dass eine handfeste Krise ausgeblieben ist. Es gab Situationen, in denen ich attraktive Angebote von Mitbewerbern erhielt, aber auch wegen vorher genannten Gründen kam es nie so weit, dass ich das wollte. Bis heute reizt mich diese Arbeit und die täglichen Herausforderungen. 

Was ist Ihnen, abgesehen von den Aufgaben und den Herausforderungen, wichtig, damit es 25 Jahre lang passen kann?

Da gibt es zwei Sachen: Einerseits das Team und andererseits die Tätigkeit. Beim Team muss die Zusammenarbeit auf gegenseitigem Respekt aufgebaut sein. Man braucht Vertrauen und einen angenehmen Umgang. Ohne das, ist eine solch lange Zusammenarbeit nicht möglich. Und bei der Tätigkeit, müssen sicherlich mindestens 80 Prozent Spass machen. Es darf auch Dinge geben, die man nicht unbedingt geniesst, aber die Freude beim Arbeiten muss vorhanden sein.

Dabei nimmt in der Gesellschaft die Freude beim Arbeiten generell eher ab. Verstehen Sie Menschen, die nicht gerne zur Arbeit gehen?

Um ehrlich zu sein: Nein. Wir sind in der Schweiz in einer ungemein privilegierten Situation und haben die Möglichkeit, das zu tun, was uns Spass bereitet. Natürlich benötigt das auch einen Einsatz. Vielleicht braucht es eine Umschulung oder eine Weiterbildung, aber wir haben die Möglichkeit, etwas zu verändern. Hinzu kommt, dass jemand, dem es nicht gefällt, nicht den gleichen Output leistet und auch die Stimmung beeinflusst. Daher rate ich jedem, etwas zu tun, was er gerne macht.

Und doch, nimmt diese Tendenz, dass man «gerne» arbeitet, wahrscheinlich eher ab. Immerhin steht die Arbeit nicht mehr so im Zentrum wie früher. Und die Generation Z wird in den Medien sogar sehr gerne als faul dargestellt.

Ich erlebe das nicht so und finde, dass vieles übertrieben ist. Ich durfte viele junge Menschen kennenlernen, die hier bei uns arbeiten, die sehr motiviert und leistungsbereit sind. Die Art, wie sie geführt werden wollen, hat sich verändert. Sie streben nach Sinnhaftigkeit und agieren weniger als «Befehlsempfänger», wie beispielsweise auch Generationen vor meiner. Aber wenn man die Tätigkeit erklären und sie motivieren kann, bringen sie hervorragende Leistungen und sind eine Bereicherung.

Sie sind im Jahr 1971 geboren und haben zu mehreren Generationen Kontakt. Ihre Vorgänger sind die Boomer, sie gehören zur Generation X, bald startet die Generation Alpha durch. Welches ist nun jene Generation, die Ihnen am meisten zusagt?

Ich denke der Mix macht es aus. Ältere Generationen bringen positive Skills in Punkto Erfahrung und auch Sozialkompetenzen mit. Jüngere Generationen sind sehr leistungsfähig und gut informiert, wenn es um digitale Affinität geht. Gemeinsam kann für einen Kunden ein sehr positiver Output entstehen.

Während bei einer tatsächlichen Ehe die Scheidung nicht zwangsläufig folgen muss, wird früher oder später der Moment kommen, bei dem sich ihre Wege und jene der Bank trennen. Sind Sie eher der Typ, der sagt: «Ich bleibe hier bis zum Schluss» oder denken Sie auch manchmal: «Etwas anderes wäre schon auch noch interessant…»?

Jedes Jahr mache ich in der Altjahreswoche eine Standortbestimmung. Ich schaue zurück und blicke voraus. Da stelle ich mir diese Frage immer. Bis jetzt war es immer so, dass ich Herausforderungen sah, die mich gereizt haben. Aufgaben, auf die ich mich gefreut habe. Obwohl ich schon 25 Jahre hier bin, sind auch 10 Jahre ein weiter Horizont. Ich darf sagen, dass mich meine Arbeit weiterhin begeistert und ich mich sehr wohl fühle bei der Clientis Bank Oberaargau.

Sie haben nun mehrmals betont, dass Sie gerne hier arbeiten. Und deshalb drängt sich eine Schlussfrage quasi auf: Können Sie sich auf Ihre Pension überhaupt freuen?

Da gibt es eine viel zitierte Aussage, die dann wahrscheinlich auch für mich stimmen wird: Ich werde mit einem lachenden, und einem weinenden Auge gehen. Einerseits werde ich hier vieles vermissen: Die Mitarbeitenden, die Kunden, die Geschäftspartner, All diese Menschen liegen mir am Herzen, und es durften echte Freundschaften entstehen, die ich weiterpflegen werde. Andererseits erwarten mich sicher viele spannende Projekte. 

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