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Nachlassplanung

So sorgen Sie für Ihre Liebsten vor

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Niemand denkt gern an den eigenen Tod. Doch es lebt sich unbeschwerter, wenn man weiss, dass auch in dieser Hinsicht vorgesorgt ist. Schliessen Sie deshalb in Ihre Überlegungen zu den Finanzen nach der Pensionierung auch erbrechtliche Fragen mit ein.

Das schweizerische Zivilgesetzbuch (ZGB) regelt, wer nach dem Tod eines Menschen dessen Hab und Gut erbt. Es lässt aber Raum für individuelle Gestaltung: Mit einem Testament oder einem Erbvertrag können Sie die Weichen so stellen, dass Ihre Ehefrau, Ihr Lebenspartner gut abgesichert ist. 
 

Gut zu wissen
Ihre Erben erhalten nach Ihrem Tod nicht nur Ihr Vermögen, sondern müssen auch Ihre Schulden übernehmen – wenn sie das Erbe nicht rechtzeitig ausschlagen. Falls Sie verschuldet sind, sollten Sie dies Ihren Erben deshalb klar kommunizieren.

 

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Die wichtigsten erbrechtlichen Bestimmungen im ZGB

Das Schweizer Erbrecht basiert auf dem Prinzip der Blutsverwandtschaft; gesetzliche Erben sind in erster Linie die Nachkommen. Man unterscheidet drei Stämme – sogenannte Parentelen (siehe Grafik):

  • Zum ersten Stamm gehören alle Personen, die vom Erblasser, also von der verstorbenen Person, abstammen: Kinder, Enkel etc.
  • Der zweite Stamm ist der Stamm der Eltern. Hierzu zählen der Vater und die Mutter sowie ihre Nachkommen, das sind die Geschwister, Neffen, Nichten des Erblassers.
  • Den dritten Stamm bilden die Grosseltern väterlicher- und mütterlicherseits sowie ihre Abkömmlinge, zum Beispiel Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen. 


Die Stammesordnung

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Die Ehefrau, der Ehemann gehören zwar nicht zur Stammesordnung, sind aber ebenfalls gesetzliche Erben. Die gleichgeschlechtliche eingetragene Partnerin, der eingetragene Partner sind den Eheleuten gleichgestellt

Achtung: Ihr Konkubinatspartner, Ihre Lebensgefährtin gehört nicht zum Kreis der gesetzlichen Erben. Wenn Sie nichts vorkehren, geht er oder sie leer aus (mehr dazu lesen Sie unter «Erbrecht im Konkubinat»).

Wie viel die einzelnen Erben erhalten, hängt davon ab, mit welchen anderen Erben sie teilen müssen – hier einige häufige Konstellationen: 
  • Stirbt ein verheirateter Vater, hat seine Frau Anspruch auf die Hälfte des Nachlasses. Die andere Hälfte geht zu gleichen Teilen an die Kinder. Ist eines der Kinder schon verstorben, geht sein Anteil weiter an seine Nachkommen.
  • Stirbt eine unverheiratete Mutter, geht der ganze Nachlass an ihre Kinder. Der Lebenspartner geht leer aus.
  • Sind keine Nachkommen da, erhält der Ehemann, die eingetragene Partnerin drei Viertel des Nachlasses. Der andere Viertel geht an die Eltern der verstorbenen Person. Ist ein Elternteil verstorben, geht dessen Erbe weiter an die Geschwister.
     

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Selber Regelungen treffen

Wenn die gesetzliche Erbfolge und die Anteile, die jeder erhalten würde, nicht Ihren Wünschen entsprechen, können Sie sie in einem Testament oder Erbvertrag abändern. Dabei sind Sie jedoch nicht völlig frei; Ihre nächsten Angehörigen haben den sogenannten Pflichtteil zugut. Dieser ist tiefer als der gesetzliche Erbteil, aber garantiert. 

Pflichtteilsgeschützt sind die Nachkommen, der Ehemann oder die Ehefrau der verstorbenen Person, bei Kinderlosen auch die Eltern (siehe Grafik). Über die frei verfügbare Quote – das ist der Teil des Nachlasses, der nicht von den Pflichtteilen in Anspruch genommen wird – können Sie nach Belieben verfügen.

Pflichtteil und verfügbare Quote

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Axel P. ist schon lange geschieden und lebt mit einer neuen Partnerin zusammen. Seit Jahren hat er kaum noch Kontakt zu seiner Tochter. Deshalb soll diese dereinst so wenig wie möglich erben, dafür möchte Axel P. seine Lebenspartnerin begünstigen. Ohne Testament würde die Tochter den ganzen Nachlass erhalten; pflichtteilsgeschützt sind drei Viertel davon. Axel P. setzt deshalb in seinem Testament die Tochter auf den Pflichtteil und wendet den dadurch frei werdenden Viertel seines Nachlasses der Lebensgefährtin zu.

Wer erbt wie viel und welche Möglichkeiten habe ich bei der Verteilung? Jetzt mit dem Clientis Nachlass-Rechner berechnen.


Bevorstehende Gesetzesänderung berücksichtigen

Der Bundesrat plant, die Pflichtteile der Nachkommen und der hinterbliebenen Ehepartner zu reduzieren; derjenige der Eltern soll ganz wegfallen. Diese Gesetzesänderung ist im Parlament in Beratung, sie wird frühestens 2021 in Kraft treten.

Damit Ihre Formulierung im Testament eindeutig ist, sollten Sie die bevorstehende Änderung der Pflichtteile berücksichtigen. Axel P. aus dem Beispiel könnte zum Beispiel Folgendes schreiben: «Ich setze meine Tochter auf den Pflichtteil. Meine Lebenspartnerin Rosa R. setze ich als Erbin meiner dannzumal geltenden frei verfügbaren Quote ein.» Damit erhält die Lebenspartnerin beim Tod von Axel P. die dann geltende verfügbare Quote, vermutlich also mehr als unter aktuellem Recht.
 

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