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Vorsorgen gegen Erwerbsausfall

Welche Risiken sind abgesichert und was können Sie zusätzlich vorkehren?

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Sie sind der Hauptverdiener, Ihre Familie ist hauptsächlich von Ihrem Einkommen abhängig? Dann muss dieses auch sichergestellt sein, wenn Sie für längere Zeit arbeitsunfähig sind. Wer unselbständig erwerbstätig ist, profitiert in einer solchen Situation von den Versicherungen über den Arbeitgeber. Selbständigerwerbende müssen sich selber um die Risikoabsicherung kümmern.

Gut zu wissen
Die Absicherung gegen die Folgen eines Unfalls ist für die meisten unselbständig Erwerbstätigen genügend. Bei Krankheit hingegen können sich Lücken auftun, vor allem wenn Ihr Arbeitgeber nicht über eine Krankentaggeldversicherung verfügt.


Gut versichert gegen Unfallfolgen

Insbesondere nach einem Unfall ist der Schutz über den Arbeitgeber gut. Die obligatorische Unfallversicherung übernimmt nicht nur die Heilungskosten, sondern auch Ihren Lohnausfall. Versichert sind 80 Prozent Ihres Lohnes – die Obergrenze liegt bei 148 200 Franken (Stand 2020). Der versicherte Lohn beträgt also maximal 118 560 Franken pro Jahr; er wird auf ein Taggeld umgerechnet.

Die Unfallversicherung zahlt ab dem dritten Tag nach dem Unfall – den Lohnausfall für die ersten drei Tage muss der Arbeitgeber übernehmen, ebenfalls zu 80 Prozent.

Gut zu wissen
Arbeiten Sie durchschnittlich mehr als acht Stunden pro Woche für einen Arbeitgeber, sind sowohl Berufsunfälle als auch Freizeitunfälle (Nichtberufsunfälle, NBU) versichert. Dann brauchen Sie die Unfalldeckung über die Krankenkasse nicht und sparen ein paar Prozent der Prämie. Ist Ihr Pensum tiefer, sind Freizeitunfälle nicht versichert und Sie müssen die Unfalldeckung über die Krankenkasse belassen.


Die Taggelder der Unfallversicherung werden ausgezahlt, entweder bis Sie wieder arbeitsfähig sind oder bis klar ist, dass eine Invalidität bestehen bleibt. Dann werden die Taggelder in eine Rente umgewandelt.

Reicht die obligatorische Unfallversicherung?

Kommen Sie und Ihre Familie eine Weile lang auch mit 80 Prozent Ihres Einkommens über die Runden? Haben Sie Erspartes, von dem Sie wenn nötig zehren könnten? Dann brauchen Sie sich nach einem Unfall keine finanziellen Sorgen zu machen.

Wenn dies nicht der Fall ist, können Sie mit einer Taggeldversicherung vorsorgen (siehe unten). Auch wenn Ihr Jahreseinkommen über der Obergrenze von 148 200 Franken liegt, können Sie das Taggeld über eine private Versicherung aufstocken.

Vorsorgen: Was gilt bei einer längeren Krankheit?-Text - Global

Was gilt bei einer längeren Krankheit?

Wie viel Lohn Sie erhalten, wenn Sie wegen einer Erkrankung längere Zeit ausfallen, sollte in Ihrem Arbeitsvertrag geregelt sein. Wenn nicht, gilt das Gesetz. Demnach haben Sie für eine begrenzte Zeit Anspruch auf Lohnfortzahlung, und zwar auf Ihren vollen Lohn. Im ersten Dienstjahr sind das drei Wochen, danach eine «angemessene» längere Zeit. Was das bedeutet, haben die Gerichte in verschiedenen Skalen festgehalten – der Berner, Basler und Zürcher Skala. Gemäss Berner Skala zum Beispiel beträgt Ihr Lohnanspruch im zweiten Jahr einen Monat, im dritten und vierten Jahr zwei Monate (die ganzen Skalen finden Sie nachfolgend).

Martin F. ist seit dem 1. April 2018 bei einer Firma in Effretikon angestellt. Als er am 13. Dezember 2020 erkrankt, ist er also im dritten Dienstjahr. Gemäss der Zürcher Skala hat er Anspruch auf neun Wochen Lohnfortzahlung. Zwar ist Martin F. danach immer noch arbeitsunfähig, aber er erhält keinen Lohn mehr. Sollte er am 1. April 2021 immer noch krankgeschrieben sein, hat er wieder einen neuen Anspruch auf Lohnzahlung – diesmal für zehn Wochen, weil er im vierten Dienstjahr ist.

Vorsorgen: Lohnfortzahlung bei Krankheit-Akkordeon - Global

Dienstdauer Lohnzahlung
Basler Skala  
1. Jahr 3 Wochen
2. und 3. Jahr 2 Monate
4. bis 10. Jahr 3 Monate
11. bis 15. Jahr 4 Monate
16. bis 20. Jahr 5 Monate
über 20 Jahre 6 Monate
   
Berner Skala  
1. Jahr 3 Wochen
2. Jahr 1 Monat
3. und 4. Jahr 2 Monate
5. bis 9. Jahr 3 Monate
10. bis 14. Jahr 4 Monate
15. bis 19. Jahr 5 Monate
20. bis 24. Jahr; 6 Monate;
25. bis 29. Jahr 7 Monate (je nach Quelle)
   
Zürcher Skala  
1. Jahr 3 Wochen
2. Jahr 8 Wochen
3. Jahr 9 Wochen
4. Jahr 10 Wochen
für jedes weitere Jahr eine Woche mehr

Haben Sie in Ihrer Vorsorgeanalyse festgestellt, dass es bei einer Krankheit oder einem Unfall nach vier Monaten finanziell eng werden könnte? Dieses Risiko lässt sich mit einer Taggeldversicherung abdecken. Eine solche Versicherung können Sie bei Ihrer Krankenkasse oder bei einem Privatversicherer abschliessen. Prüfen Sie vor dem Abschluss drei Punkte:

  • Höhe des Taggelds: Je höher das Taggeld, desto höher die Prämie. Versichern Sie nur, was Sie unbedingt benötigen.
  • Wartefrist: Je länger die Wartefrist, je später der Versicherer bei einer Erkrankung oder einem Unfall zahlen muss, desto tiefer die Prämie. Passen Sie die Wartefrist an Ihre Situation an: Sind Sie angestellt, muss Ihnen der Arbeitgeber bei einer Krankheit mindestens drei Wochen lang den Lohn bezahlen. Sinnvoll ist also eine Wartefrist von 21 Tagen. Können Sie ein paar Wochen ohne Lohn mit Erspartem überbrücken, können Sie die Wartefrist entsprechend verlängern.
  • Krankheit und/oder Unfall: Taggeldversicherungen, die beides abdecken, sind teurer. Überlegen Sie sich Folgendes:
    • Unselbständig Erwerbstätige sind über den Arbeitgeber bereits obligatorisch gegen Unfall versichert; der Lohnausfall ist gedeckt. Wenn Ihr Arbeitgeber keine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen hat, können Sie mit einer Police «nur Krankheit» diese Lücke füllen.
    • Anders sieht es aus, wenn Sie einen Teilzeitjob – oder mehrere – haben, aber bei keinem Arbeitgeber mindestens acht Stunden pro Woche tätig sind. Dann sind Freizeitunfälle nicht versichert; Sie sollten also die Unfalldeckung einschliessen.
    • Verdienen Sie über 148 200 Franken pro Jahr (Obergrenze UVG), können Sie für den Lohnteil, der nicht durch den obligatorischen Schutz gedeckt ist, ein privates Unfall-Taggeld versichern.

Für ein Taggeld, das hoch genug ist, um einen Erwerbsausfall abzudecken, werden Sie eine Police im Rahmen des VVG (Privatversicherungsrecht) benötigen. Seien Sie sich bewusst, dass der Versicherer den Vertragsschluss auch ablehnen oder dass er Vorbehalte für bestehende Krankheiten anbringen kann.

Tipp
Die Prämien sind nicht nur von der Höhe des Taggelds und der Wartefrist abhängig. Eine Rolle spielen auch Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und Beruf. Holen Sie Offerten bei verschiedenen Anbietern ein und vergleichen Sie die angebotenen Leistungen sowie Bedingungen genau. Sind Sie unsicher, wenden Sie sich besser an einen Berater Ihres Vertrauens. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie im Antrag alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäss beantworten.

 

Welches Einkommen steht Ihnen im Risikofall zu? Jetzt mit dem Clientis Vorsorge-Check-Rechner berechnen.

Vorsorgen: Kollektiv-Krankentaggeldversicherung-Text - Global

Viele Betriebe haben als Absicherung für den Krankheitsfall eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung abgeschlossen. Diese zahlt in der Regel während zweier Jahre 80 Prozent Ihres Lohnes aus. Gerade bei einer längeren Erkrankung sind Sie so besser abgesichert.

Tipp
Wenn Ihr Betrieb keine Krankentaggeldversicherung hat, kann es bei einer Erkrankung rasch zu einem finanziellen Engpass kommen. Dagegen können Sie sich mit einer privaten Taggeldversicherung absichern.

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