Seitentitel

Vorsorgen

Vorsorgen: Haupttitel-Infoline - Erbrecht für Ehepaare - Global

Erbrecht für Ehepaare 

So begünstigen Sie Ihre Ehefrau, Ihren Gatten

Vorsorgen: Erbrecht für Ehepaare-Text - Global

Vielen Verheirateten ist es ein grosses Anliegen, dass die hinterbliebene Seite möglichst gut versorgt ist. Wie weit Sie Ihren Ehemann, Ihre Ehefrau begünstigen können, hängt vor allem davon ab, ob Sie Kinder haben oder nicht. Doch als Erstes wird beim Tod einer verheirateten Person die güterrechtliche Auseinandersetzung vorgenommen. Das heisst: Das eheliche Vermögen wird nach den Regeln des Güterrechts unter Mann und Frau aufgeteilt.
 

Gut zu wissen
Auch das Gesetz begünstigt die hinterbliebene Ehefrau, den Gatten. Er oder sie hat das Recht, die eheliche Wohnung zu Alleineigentum zu übernehmen. Der Wert des Hauses oder der Wohnung wird allerdings an die güter- und erbrechtlichen Ansprüche angerechnet. Führt dies zu einer zu grossen finanziellen Belastung, kann die hinterbliebene Seite stattdessen die Nutzniessung oder das Wohnrecht verlangen [KZ1] (mehr zu diesen beiden Rechten lesen Sie unter «Wohnsituation nach der Pensionierung»).

 

Vorsorgen: Die güterrechtliche Teilung kommt zuerst-Text - Global

Die güterrechtliche Teilung kommt zuerst

Wenn Sie, wie die meisten Ehepaare in der Schweiz, keinen Ehevertrag abgeschlossen haben, gilt für Sie der Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. Dabei wird unterschieden zwischen Eigengut und Errungenschaft (siehe Kasten) und es gilt grundsätzlich: Jede Seite behält ihr Eigengut, die gemeinsam erarbeitete Errungenschaft wird geteilt.

Errungenschaftsbeteiligung und eheliches Vermögen

Mann und Frau besitzen je ein Eigengut und eine Errungenschaft:

Zum Eigengut gehören:

  • Persönliche Gegenstände
  • Vermögen, das man in die Ehe eingebracht hat
  • Schenkungen, Erbschaften und Erbvorbezüge während der Ehe

Zur Errungenschaft gehören:

  • Ersparnisse aus Arbeitseinkommen, Renten, Entschädigung bei Arbeitsunfähigkeit, Vermögenserträgen
  • Erträge des Eigenguts (Bankzinsen, Mieteinnahmen aus Liegenschaften)

Stirbt beispielsweise die Ehefrau, erhält der Witwer sein Eigengut sowie die Hälfte der beiden Errungenschaften vorab. In den Nachlass fällt die andere Hälfte der Errungenschaften sowie das Eigengut der Frau. An diesem Nachlass ist der Witwer als Erbe ebenfalls beteiligt.

Carola und Robert S. haben im Lauf ihrer Ehe zusammen 160 000 Franken gespart (Errungenschaft). Carola S. hat 60 000 Franken in die Ehe gebracht – das ist ihr Eigengut. Auch Robert S. hat Eigengut, er hat von einer Tante 40 000 Franken geerbt. Das eheliche Vermögen beträgt also 260 000 Franken. Die beiden haben einen Sohn. Sie haben keinen Ehevertrag abgeschlossen. Als Carola S. stirbt, wird das eheliche Vermögen folgendermassen aufgeteilt:

  Carola S. Robert S.
Eigengüter Fr.   60 000.– Fr.   40 000.–
 Je ½ Errungenschaft   Fr.   80 000.– Fr.   80 000.–
Nachlass Carola S. / güterrechtlicher Anteil Robert S. Fr. 140 000.– Fr. 120 000.–


Da Carola S. kein Testament verfasst hat, erben der Sohn und Robert S. je die Hälfte ihres Nachlasses, also 70 000 Franken. Insgesamt erhält Robert S. 190 000 Franken.

 

Vorsorgen: Begünstigung für Ehepaare mit Kindern-Text - Global

Begünstigung für Ehepaare mit Kindern

Wenn Sie Kinder (oder Enkel) haben, muss der hinterbliebene Ehepartner den Nachlass mit diesen teilen. Die Nachkommen haben einen Pflichtteil von drei Achteln des Nachlasses (siehe Grafik unter «Nachlassplanung»). Mit einem Ehevertrag können Sie und Ihr Ehemann, Ihre Gattin diesen Pflichtteil reduzieren, indem Sie sich gegenseitig die ganze Errungenschaft zuweisen. Besteht das eheliche Vermögen hauptsächlich aus Errungenschaft – und das ist in vielen Familien der Fall –, fällt damit kaum noch etwas in den Nachlass.

Wenn Carola und Robert S. aus dem obigen Beispiel einen Ehevertrag abgeschlossen und sich gegenseitig die ganze Errungenschaft zugewiesen haben, wird beim Tod von Carola S. folgendermassen geteilt:

  Carola S. Robert S.
Eigengüter Fr.   60 000.– Fr.   40 000.–
Ganze Errungenschaft an den Witwer     Fr. 160 000.–
Nachlass Carola S. / güterrechtlicher Anteil Robert S. Fr.   60 000.– Fr. 200 000.– 

 

Wichtig
Ein Ehevertrag ist nur gültig, wenn er bei einem Notar aufgesetzt und von diesem beurkundet wurde.


Zusätzlich zu einem solchen Ehevertrag können beide Eheleute je ein Testament verfassen und darin ihre Nachkommen auf den Pflichtteil setzen (mehr zum Pflichtteil lesen Sie hier). Möglich ist es auch, alle Regelungen in einem kombinierten Ehe-/Erbvertrag festzuhalten.

Carola und Robert S. haben zusätzlich zum Ehevertrag je ein Testament verfasst, in dem sie ihren Sohn auf den Pflichtteil gesetzt und sich gegenseitig die verfügbare Quote zugewendet haben. Damit erhält der Sohn vom Nachlass drei Achtel, also 22 500 Franken (Stand 2020). Robert S. erhält vom Nachlass 37 500 Franken, total also 237 500 Franken.

Eine solche Regelung entspricht dem, was viele Familien als richtig empfinden. Der hinterbliebene Elternteil soll über das gemeinsam erarbeitete Vermögen verfügen können, die Kinder sollen erst zum Zug kommen, wenn beide Eltern verstorben sind.

Gut zu wissen
Die Pflichtteile nicht gemeinsamer Kinder lassen sich nicht per Ehevertrag umgehen. Leben in Ihrer Familie Kinder aus verschiedenen Beziehungen, wird es mit dem Vererben kompliziert. Ziehen Sie einen Notar oder eine Anwältin bei, um eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten fair ist.


Ehepaare ohne Kinder

Hat ein Ehepaar keine Nachkommen, können die Eltern des oder der Verstorbenen, sofern sie noch leben, mindestens einen Achtel seines oder ihres Nachlasses beanspruchen. Oft sind Eltern aber bereit, zugunsten des Schwiegersohns, der Schwiegertochter auf ihren Pflichtteil zu verzichten. Das können sie in einem Erbverzichtsvertrag tun, der vom Notar beurkundet wird. Wenn Sie Ihre Eltern nicht zum Notar bemühen möchten und ihnen vertrauen, können Sie Ihre Ehefrau, Ihren Gatten im Testament als Alleinerbin respektive Alleinerben einsetzen. Die Formulierung lautet: «Ich setze meine Ehefrau Rita Müller als Alleinerbin meines gesamten Nachlasses ein.» Fordern die Eltern den Pflichtteil nicht innert eines Jahres nach dem Tod ein, gilt Ihr Testament.

Sind Ihre Eltern nicht bereit, auf den Pflichtteil zu verzichten, können Sie und Ihre Ehefrau, Ihr Gatte in einem Ehevertrag Gütergemeinschaft vereinbaren. Bei diesem Güterstand gehört fast das ganze gemeinsame Vermögen als Gesamtgut beiden Eheleuten. Und dieses Gesamtgut können sie sich ehevertraglich ganz zuweisen. Damit fallen nur noch die Gegenstände zum persönlichen Gebrauch – also Kleider, Schmuck, Hobbyausrüstung – in den Nachlass. Ein solcher Ehevertrag muss wie der Erbvertrag notariell beurkundet werden.

Achtung: Sind Ihre Eltern bereits verstorben, kann Ihr Ehemann, Ihre Gattin alles erben, denn Geschwister haben kein Pflichtteilsrecht. Sie müssen aber unbedingt ein Testament verfassen und darin den Ehemann, die Gattin als Alleinerbe einsetzen. Sonst erhalten Ihre Geschwister den gesetzlichen Erbteil, immerhin einen Viertel des Nachlasses.

 

Wer erbt wie viel und welche Möglichkeiten habe ich bei der Verteilung? Jetzt mit dem Clientis Nachlass-Rechner berechnen.

 

Vorsorgen: Vorsorgen Termin vereinbaren-Call to Action - Global

Jetzt Beratungstermin online vereinbaren

Sie haben eine Frage zum Thema Vorsorgen? Lassen Sie sich von uns beraten – wir sind gerne für Sie da.