Clientis Bank Oberaargau rüstet Bankomaten auf
Aufgrund der steigenden Anzahl an Angriffen auf Bankomaten sieht sich auch die Clientis Bank Oberaargau zum Handeln verpflichtet. Zur Jahresmitte werden zwei Standorte geschlossen, danach werden die übrigen Bankomate sicherheitstechnisch aufgewertet.
Im Jahr 2022 gab es eine rekordhohe Anzahl von Angriffen auf Bankomaten in der Schweiz. Laut dem Bundesamt für Polizei, fedpol, wurden insgesamt 56 Angriffe gezählt, sieben mehr als noch im Jahr 2021. Vorgegangen wird derweil unterschiedlich: Einzelne Täter versuchen mit hydraulischen Geräten die Bankomaten aufzubrechen, viele verwenden aber Gas oder Sprengstoff, um an die Geldkassetten zu gelangen. Besonders betroffen ist die Nordwestschweiz, an welche auch der Oberaargau grenzt. Entsprechend befasst sich auch die Clientis Bank Oberaargau eingehend mit den Gefahren und Risiken.
Bisher wurde die grösste Regionalbank im Oberaargau von solchen Sprengungen verschont. Die Geschäftsleitung hat nun entschieden, weitere Schritte einzuleiten, damit dies so bleiben kann. Zur Jahresmitte werden zwei exponierte Bankomaten geschlossen, die übrigen werden sicherheitstechnisch aufgerüstet. «Eine Garantie, dass wir verschont bleiben, gibt es leider nicht. Wir versuchen aber unsere Kunden und Anwohner bestmöglich zu schützen», erklärt Stefan Wälchli, CEO der Clientis Bank Oberaargau. Auch deshalb sollen künftig die übrigen Bankomaten nachts nicht mehr zugänglich sein. Die Schliessung zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens soll eine zusätzliche Barriere darstellen, um es potenziellen Tätern zu erschweren.
Zwei Schliessungen
Geschlossen werden die Standorte Landi Bützberg und Landi Schwarzenbach, Huttwil. Diese Bankomate sind alleinstehend, haben eine Nähe zu Kraftstoff-Tankstellen und weisen eine Anbindung zu einem Landi-Shop auf, der durch eine Sprengung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Insbesondere alleinstehende Bankomaten, die nicht innerhalb eines Gebäudes platziert sind, werden von Tätern bevorzugt.
Zeitnah sollen daraufhin die verbleibenden Bankomaten technisch und infrastrukturell aufgerüstet werden, hinzu kommt die erwähnte Nachtsperre. Zwar seien Täter beispielsweise in Deutschland auch schon in abgesperrte Räume mit Bankomaten eingedrungen, wodurch entsprechend zwei Sprengungen nötig wurden, weitere Hürden dürften aber dennoch für zusätzliches Abschreckungspotenzial sorgen.
Bargeldbezug auch weiterhin möglich
Während andere Banken nur noch wenige oder gar keine Bankomaten mehr anbieten wollen, versucht sich die Clientis Bank Oberaargau weiterhin nach dem Bedürfnis der Kunden zu richten. «Auch wir verzeichnen einen Rückgang beim Bezug von Bargeld. Solange dieses aber weiterhin von unseren Kunden gewünscht wird, werden wir entsprechende Bezugsmöglichkeiten weiterhin anbieten», sagt CEO Stefan Wälchli. Die Entwicklung werde weiterhin beobachtet und allenfalls zusätzliche Massnahmen eingeleitet.
Als Informationsquelle dient derweil der Swiss Payment Monitor, welcher durch die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft gemeinsam mit der Universität St. Gallen zu Beginn des Jahres 2023 erfasst wurde. Laut diesem wird zwar weiterhin in erster Linie mit Bargeld bezahlt, insbesondere das mobile Bezahlen nimmt aber merklich zu. Zum Jahresbeginn wurden 29,3 Prozent der Einkäufe auf dem schweizerischen Gesamtmarkt bar bezahlt, 27,1 Prozent mit Debitkarte, 18,1 Prozent mit Kreditkarte und 18 Prozent durch mobiles Bezahlen. Noch im Jahr 2019 wurden 47,7 Prozent der Transaktionen mit Bargeld beglichen, was verdeutlicht, dass das Bargeld trotz seiner Nummer-Eins-Position unter den Anzahl Transaktionen an Beliebtheit verliert. Bereits heute verzichtet sogar jede sechste Person in der Schweiz gänzlich auf Bargeld.
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